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Grundstellung und Fingerhaltung: die Basis des Zehnfingersystems

Beim Zehnfingersystem hat jeder Finger einen festen Platz: die Grundstellung. Von dort aus erreichst du jede Buchstabentaste, ohne hinzusehen, und dorthin kehrst du nach jedem Anschlag zurück. Alles, was du später lernst, baut auf dieser Position auf. Es lohnt sich deshalb, sie von Anfang an sorgfältig einzuüben.

So findest du die Grundstellung

Auf deutschen und Schweizer Tastaturen ist die Grundstellung gleich. Die Finger der linken Hand liegen auf A S D F, die der rechten auf J K L Ö. Die Zeigefinger ruhen also auf F und J. Diese beiden Tasten tragen kleine fühlbare Erhebungen, die Tastmarken. Die Daumen schweben locker über der Leertaste.

Leg zuerst die Zeigefinger auf die Tastmarken und lass die übrigen Finger daneben sinken. Mit etwas Übung gelingt das bald ohne Hinsehen. Kontrolliere die Lage deiner Hände immer über die Tastmarken und nicht mit einem Blick nach unten.

G und H liegen zwischen den Händen. Du erreichst sie mit den Zeigefingern, die dafür kurz zur Seite rücken.

Welcher Finger welche Tasten übernimmt

Von der Grundstellung aus ist die Tastatur in leicht schräge Spalten aufgeteilt. Jeder Finger bedient seine Spalte nach oben und nach unten, die Zeigefinger sogar je zwei. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Tasten:

Finger Linke Hand Rechte Hand
Kleinfinger 1, Q, A, Y 0, P, Ü, Ö, Ä
Ringfinger 2, W, S, X 9, O, L, Punkt
Mittelfinger 3, E, D, C 8, I, K, Komma
Zeigefinger 4, 5, R, T, F, G, V, B 6, 7, Z, U, H, J, N, M

Auf QWERTZ-Tastaturen fällt eine Besonderheit auf: Das Z liegt oben in der Mitte und gehört zum rechten Zeigefinger, das Y liegt unten links beim linken Kleinfinger. Die Kleinfinger übernehmen zudem die Tasten am Rand. Links sind das unter anderem die Tabulatortaste, die Feststelltaste und die linke Umschalttaste, rechts etwa der Bindestrich, die Rücktaste, die Eingabetaste und die rechte Umschalttaste.

Halte dich an diese Zuordnung, auch wenn ein anderer Finger gerade näher wäre. Das C mit dem Zeigefinger zu tippen, mag anfangs bequemer sein, weicht aber genau die feste Zuordnung auf, um die es geht.

Für Grossbuchstaben drückst du die Umschalttaste mit dem Kleinfinger der anderen Hand. Beim D in «Dank» hält also der rechte Kleinfinger die Umschalttaste, während der linke Mittelfinger das D tippt. Beim K in «Kaffee» ist es umgekehrt.

Nach jedem Anschlag kehrt der Finger in die Grundstellung zurück. Im Wort «bei» springt der linke Zeigefinger kurz hinunter zum B und zurück auf F, danach der linke Mittelfinger hinauf zum E und zurück auf D.

Hände und Finger richtig halten

Die Finger sind leicht gekrümmt, sodass die Fingerkuppen auf den Tasten liegen. Die Handgelenke bleiben gerade. Die US-Arbeitsschutzbehörde OSHA empfiehlt, sie in einer Linie mit den Unterarmen zu halten, statt sie abzuknicken.

Das gelingt leichter, wenn die Tastatur mittig vor dir liegt. Als Anhaltspunkt dient die Lücke zwischen G und H: Sie gehört ungefähr vor die Mitte deines Körpers, sonst weichen die Handgelenke leicht zur Seite aus. Mach vor jeder Übung einen kurzen Check: Liegen die Zeigefinger auf den Tastmarken, und sind die Handgelenke gerade?

Tippe mit leichtem Anschlag. Ein Zeichen erscheint auch dann, wenn du die Taste nicht kräftig nach unten schlägst. Wie du deinen Arbeitsplatz passend einrichtest, erklärt Ergonomie beim Tippen.

Warum die feste Zuordnung wirkt

Die Studie von Feit, Weir und Oulasvirta, die das Tippen im Alltag untersucht hat, liefert zwei Befunde, die direkt mit der Grundstellung zu tun haben: Schnelle Tippende drücken jede Taste stets mit demselben Finger, und ihre Hände bewegen sich als Ganzes kaum. Grundstellung und feste Fingerzuordnung sorgen für beides: klare Wege für jeden Finger und einen Ankerpunkt, zu dem die Hände zurückkehren. Was die Studie sonst noch zeigt, fasst unser Artikel über den Nutzen des Zehnfingersystems zusammen.

Offen ist dagegen, in welcher Reihenfolge man die Tasten am besten lernt. Ein Ansatz beginnt mit der Grundreihe, ein anderer mit den häufigsten Buchstaben der Sprache. Einen randomisierten Vergleich der beiden Wege gibt es nicht.

Wir bei typando beginnen mit der Grundreihe, weil alle anderen Tasten von ihr aus erreicht werden. Die erste Lektion übt F, J und die Leertaste, die zweite D und K, die dritte S, L, A und Ö. Schon ab der dritten Lektion übst du mit Silben und echten Wörtern wie «das», «als» oder «lass». Geh erst zur oberen Reihe weiter, wenn du die Grundreihe ohne Blick auf die Tasten triffst.

Typische Fehler und wie du sie abstellst

Der Blick auf die Tasten fühlt sich sicher an. Solange du nachschaust, verlassen sich deine Finger aber auf die Augen. Schau bei Unsicherheit lieber auf den Bildschirm: In typando hebt die Bildschirmtastatur die nächste Taste in der Farbe des zuständigen Fingers hervor, und darunter steht, welcher Finger dran ist. Sobald die Tasten sitzen, blendest du die Bildschirmtastatur aus.

Wandernde Hände verraten sich durch seltsame Fehler. Erscheint statt «das» plötzlich «fsd», ist deine linke Hand eine Taste nach rechts gerutscht. Ertaste in solchen Momenten die Tastmarken auf F und J, bevor du weiterschreibst.

Der dritte Klassiker ist Verkrampfung: hochgezogene Schultern und Finger, die auf die Tasten hämmern. Ein harter Anschlag bringt kein Tempo. Spürst du die Spannung, lass Schultern und Hände kurz locker hängen und setz dann neu an.

Nimm dir immer nur einen dieser Fehler vor, statt alle gleichzeitig zu korrigieren. Wie viele Wochen das Einüben ungefähr dauert, erklärt der Artikel zur Lerndauer beim 10-Finger-Schreiben; wie es danach mit dem Tempo weitergeht, steht in Schneller tippen.

Übe die Grundstellung direkt: Die ersten vier Lektionen im Trainer beschränken sich auf Tasten der Grundreihe und die Leertaste, und die Bildschirmtastatur zeigt dir dabei jede Taste in der Farbe ihres Fingers.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Grundreihe und Grundstellung?
Die Grundreihe ist die mittlere Buchstabenreihe der Tastatur mit A, S, D, F, G, H, J, K, L, Ö und Ä. Die Grundstellung beschreibt, wo deine Finger in dieser Reihe ruhen: links auf A, S, D und F, rechts auf J, K, L und Ö. G und H gehören zwar zur Grundreihe, du erreichst sie aber mit einer kleinen Seitwärtsbewegung der Zeigefinger.
Mit welchem Finger drücke ich die Leertaste?
Mit einem der beiden Daumen. Ob du den linken oder den rechten nimmst, entscheidest du selbst; die Bildschirmtastatur von typando lässt beide zu. Wichtig ist nur, dass die übrigen Finger dabei in der Grundstellung liegen bleiben.
Mit welchem Finger drücke ich AltGr?
AltGr liegt rechts neben der Leertaste. In typando drückst du sie mit dem rechten Daumen und das Zeichen selbst mit dem Finger, dem die Taste gehört. Das @ tippst du auf der Schweizer Tastatur mit AltGr und 2, also mit dem rechten Daumen und dem linken Ringfinger. Auf der deutschen Tastatur liegt das @ auf AltGr und Q, dort tippt der linke Kleinfinger das Q.
Gilt die Grundstellung auch auf einer Mac-Tastatur?
Ja. Auf deutschen und Schweizer Mac-Tastaturen liegen die Buchstaben der Grundreihe an denselben Stellen. Statt AltGr benutzt du die Wahltaste (Option). Einen Mac erkennt typando in der Regel selbst; mit der Einstellung «Ich benutze eine Mac-Tastatur» wählst du die Mac-Belegung auch von Hand. Bildschirmtastatur und Übungen richten sich dann danach.

Quellen

  1. Feit, A. M., Weir, D., & Oulasvirta, A. (2016). How we type: Movement strategies and performance in everyday typing. Proceedings of the CHI Conference on Human Factors in Computing Systems, 4262–4273. doi.org/10.1145/2858036.2858233
  2. U.S. Occupational Safety and Health Administration (OSHA). Computer Workstations eTool: Keyboards. www.osha.gov/etools/computer-workstations/components/keyboards

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