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WPM und Anschläge pro Minute: was die Zahlen bedeuten und was Arbeitgeber erwarten

Im Stelleninserat werden 250 Anschläge pro Minute verlangt, dein letzter Tipptest hat 50 WPM ergeben. Das ist dasselbe Tempo, nur in zwei Einheiten. Schwieriger wird es, wenn ein Test brutto zählt und der andere netto oder wenn beide unterschiedlich lange dauern. Wir bei typando erklären hier, wie diese Zahlen entstehen und welche Werte in Stelleninseraten üblich sind.

Ein Wort hat fünf Zeichen

Die Abkürzung WPM kommt aus dem Englischen: «words per minute», Wörter pro Minute. Gezählt werden aber keine echten Wörter, denn die sind unterschiedlich lang. Per Konvention gilt ein Wort als fünf Zeichen, und das Leerzeichen zählt mit. Deshalb entspricht 1 WPM genau 5 Anschlägen pro Minute.

Die Einheit misst also Zeichen, nicht Wörter. Zum Umrechnen nimmst du WPM mal fünf, in die Gegenrichtung teilst du durch fünf:

WPM Anschläge pro Minute
20 100
30 150
40 200
50 250
60 300
70 350
80 400

Vergleichst du zwei Angaben, rechne zuerst beide in dieselbe Einheit um. Sonst wirkt die grössere Zahl besser, obwohl vielleicht beide dasselbe Tempo beschreiben.

Brutto und netto

Ebenso wichtig wie die Einheit ist die Frage, was gezählt wird. Brutto heisst: Alles, was du getippt hast, fliesst ins Tempo ein, auch falsche Zeichen. Netto zieht die Fehler ab. Für jedes falsche Zeichen, das im fertigen Text stehen bleibt, streicht die übliche Formel ein ganzes Wort. Korrigierst du einen Fehler gleich mit der Rücktaste, kostet er netto kein Wort. Er kostet aber Zeit.

Ein Beispiel mit runden Zahlen: Du tippst in einer Minute 250 Zeichen, und kein Fehler bleibt stehen. Dann sind das brutto wie netto 50 WPM. Bleiben Fehler im Text, sinkt nur der Nettowert, und zwar um ein Wort pro Fehler.

Bei typando zählen Übungen, Diplom und Zertifikate immer netto. Eine Lektion gilt ab 97 % Genauigkeit als bestanden. Unser Tipptest zeigt dagegen zuerst dein Bruttotempo und nennt daneben, wie viel davon netto zählt. Er ist als Standortbestimmung gedacht, nicht als Prüfung.

Achte bei jedem Vergleich darauf, dass beide Werte netto sind. Nur der Nettowert zeigt, wie viel brauchbarer Text pro Minute entsteht.

Die Testdauer verändert das Ergebnis

Eine Minute ist leichter als fünf. In einem kurzen Test kannst du alles geben, denn eine Minute lang hältst du die volle Konzentration gut durch. Über fünf Minuten wird es schwieriger, gleichmässig und genau zu bleiben. Ein kurzer Test zeigt deshalb eher dein Spitzentempo, ein langer eher das Tempo, das du halten kannst.

Unser Tipptest dauert eine Minute, weil er dir rasch einen ersten Wert geben soll. Diplom und Zertifikate von typando laufen dagegen fünf Minuten, damit sie dein Dauertempo zeigen.

Brauchst du eine Zahl für eine Bewerbung, nimm den Nettowert aus einem Test von fünf Minuten. Er ist ehrlicher als die Bestmarke aus einem kurzen Test.

Typische Werte

Wer im Zwei-Finger-Suchsystem tippt, also mit zwei Fingern und dem Blick auf die Tasten, kommt meist auf 20 bis 30 WPM, das sind 100 bis 150 Anschläge pro Minute. Eine grosse Auswertung eines Online-Tests ergab für die Teilnehmenden im Mittel rund 52 WPM. Ein Durchschnitt aller, die am Computer schreiben, ist das nicht, denn mitgemacht hat, wer wollte. Mit geübtem Zehnfingersystem sind 60 bis 80 WPM typisch.

Nimm diese Werte als Orientierung. Die Vorgaben aus Stelleninseraten liegen zwischen dem Zwei-Finger-Suchsystem und dem geübten Zehnfingersystem. Wie du dein eigenes Tempo einordnest, steht in Was ist eine gute Tippgeschwindigkeit?

Was in Stelleninseraten steht

Für Büro- und Datenerfassungsstellen liest man in Stelleninseraten meist 40 bis 60 WPM oder 200 bis 300 Anschläge pro Minute. Im deutschsprachigen Raum wird dabei oft in Anschlägen gerechnet. Ob brutto oder netto gemeint ist, geht aus einem Inserat nicht immer hervor. Rechne deshalb mit deinem Nettowert, denn wer eine Vorgabe netto erfüllt, erfüllt sie auch brutto.

In der Bewerbung nennst du am besten beide Einheiten, etwa «50 WPM netto (250 Anschläge pro Minute)». So muss niemand umrechnen.

Wenn du deinen Wert belegen möchtest, bietet typando zwei Nachweise an. Das Diplom bekommst du, wenn du alle Lektionen der Phasen 1 bis 3 abgeschlossen und den Abschlusstest bestanden hast: fünf Minuten mit mindestens 40 WPM netto bei 97 % Genauigkeit. Die Zertifikate gibt es in vier Stufen: Bronze verlangt 40 WPM bei 96 %, Silber 50 WPM bei 98 %, Gold 60 WPM bei 99 % und Platin 70 WPM bei 99,5 % Genauigkeit. Gezählt wird immer netto und immer über fünf Minuten, und den Test kannst du jederzeit wiederholen. Beides ist kostenlos, du brauchst nur ein Konto.

Damit liegen das Diplom und die Stufe Bronze am unteren Ende der Spanne aus den Inseraten, Gold an ihrem oberen Ende und Platin darüber. Deinen Ausgangswert misst der Tipptest in einer Minute, den Weg zum Diplom zeigt die Lektionsübersicht.

Häufige Fragen

Wie rechne ich Anschläge pro Minute in WPM um?
Teile die Anschläge durch fünf, denn ein Wort zählt als fünf Zeichen. 300 Anschläge pro Minute sind also 60 WPM, 150 Anschläge sind 30 WPM. Für den umgekehrten Weg multiplizierst du mit fünf.
Wie schnell muss ich für eine Bürostelle tippen?
In Stelleninseraten für Büro- und Datenerfassungsstellen liest man meist 40 bis 60 WPM, also 200 bis 300 Anschläge pro Minute. Massgebend ist, was im jeweiligen Inserat steht. Miss dein Nettotempo über fünf Minuten, dann weisst du, ob du die Vorgabe erfüllst.
Warum ist mein Wert im Tipptest höher als im Zertifikatstest?
Der Tipptest dauert eine Minute und zeigt zuerst dein Bruttotempo. Der Zertifikatstest zählt netto und läuft fünf Minuten, und beides senkt den Wert. Ein Unterschied zwischen den beiden Ergebnissen ist deshalb normal und kein Rückschritt.
Soll ich im Lebenslauf WPM oder Anschläge angeben?
Am besten beides, zum Beispiel «60 WPM netto (300 Anschläge pro Minute)». Im deutschsprachigen Raum wird oft in Anschlägen gerechnet, und mit beiden Angaben muss niemand umrechnen. Schreib dazu, wie lange der Test gedauert hat.

Quellen

  1. Dhakal, V., Feit, A. M., Kristensson, P. O., & Oulasvirta, A. (2018). Observations on typing from 136 million keystrokes. Proceedings of the CHI Conference on Human Factors in Computing Systems. doi.org/10.1145/3173574.3174220

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