Schweizer, deutsches und österreichisches Tastaturlayout im Vergleich
Drückst du auf einer Schweizer Tastatur die Umschalttaste und ä, erscheint kein Ä, sondern à. Wer von einer deutschen Tastatur kommt, erwartet an dieser Stelle etwas anderes. Fürs Blindschreiben ist das halb so wild, denn alle Buchstaben liegen auf beiden Layouts am selben Ort. Die Unterschiede betreffen grosse Umlaute, das Eszett und etliche Sonderzeichen.
Alle Tastenangaben in diesem Artikel stammen aus den Windows-Belegungen von Microsoft. Für den Mac stützen wir uns auf die Apple-Belegungen, wie sie die Unicode-Datensammlung CLDR dokumentiert.
Zwei Layouts für drei Länder
Windows stellt für «Deutsch (Schweiz)» standardmässig die Schweizer und für «Deutsch (Deutschland)» die deutsche Tastaturbelegung ein. Für «Deutsch (Österreich)» sieht Windows laut der Microsoft-Dokumentation zu den Standard-Eingabeprofilen ebenfalls die deutsche Tastatur vor, erkennbar an derselben Tastaturkennung 00000407. Was hier über das deutsche Layout steht, gilt unter Windows also auch für Österreich. typando führt entsprechend zwei deutschsprachige Layouts: «Deutschland/Österreich (QWERTZ)» und «Schweiz (QWERTZ)».
Beide sind QWERTZ-Layouts mit identischer Buchstabenlage; auch ä, ö und ü sitzen an denselben Tasten. Die Grundstellung ist deshalb gleich, mit A, S, D und F für die linke und J, K, L und Ö für die rechte Hand. Wie die Finger dort liegen, beschreibt Grundstellung und Fingerhaltung: die Basis des Zehnfingersystems.
Für «Französisch (Schweiz)» sieht Windows die französische Schweizer Belegung vor. Sie nutzt dieselben Tasten, vertauscht aber auf den drei Umlaut-Tasten die Ebenen: é, è und à liegen auf der Grundebene, ö, ü und ä auf der Umschaltebene. Im Trainer findest du sie unter «Weitere Layouts» als «Schweiz Französisch (QWERTZ)».
Umlaute und Eszett
Auf der deutschen Tastatur ergibt die Umschalttaste mit ä, ö und ü die Grossbuchstaben Ä, Ö und Ü. Rechts neben der 0 liegt eine eigene Taste für das Eszett, ß. Das grosse Eszett tippst du mit Umschalttaste, AltGr und dieser Taste.
Die Schweizer Tastatur belegt die Umschaltebene der Umlaut-Tasten mit französischen Buchstaben: Umschalt + ü ergibt è, Umschalt + ö ergibt é und Umschalt + ä ergibt à. Für grosse Umlaute brauchst du zwei Schritte. Zuerst drückst du die tote Taste ¨ rechts neben dem ü, dann die Umschalttaste mit dem Grundbuchstaben, für Ä also Umschalt + A. Eine tote Taste schreibt nicht sofort etwas, sondern wartet auf den nächsten Buchstaben. Wörter wie «Ärger» oder «Übung» kosten auf der Schweizer Tastatur deshalb einen Anschlag mehr.
Unter Windows fehlt der Schweizer Tastatur das Eszett, und die Schweizer Rechtschreibung braucht es nicht: Sie schreibt «Strasse» und «gross». Bei typando verwenden die Übungen auf dem Schweizer Layout deshalb ss, und die Lektion «Scharfes S» entfällt. Für grosse Umlaute zeigt der Trainer die Reihenfolge an, etwa «zuerst ¨, dann A».
Bei französischen Wörtern ist die Schweizer Tastatur im Vorteil. Für das é in «Café» genügt dort Umschalt + ö. Auf der deutschen Tastatur drückst du zuerst die tote Taste ´ rechts neben der Eszett-Taste und danach das e. Ein Akzentzeichen allein, etwa den Zirkumflex, erhältst du auf beiden Layouts, indem du nach der toten Taste die Leertaste drückst.
Sonderzeichen im Vergleich
Beim Schreiben von E-Mail-Adressen merkst du den Unterschied sofort. Auf der Schweizer Tastatur liegt das @ auf der 2, auf der deutschen auf dem Q, beide Male zusammen mit AltGr, der rechten Alt-Taste. Die Tabelle vergleicht wichtige Sonderzeichen unter Windows.
| Zeichen | Schweiz | Deutschland und Österreich |
|---|---|---|
| @ | AltGr + 2 | AltGr + Q |
| € | AltGr + E | AltGr + E |
| # | AltGr + 3 | eigene Taste rechts neben Ä |
| $ | eigene Taste rechts neben ä | Umschalt + 4 |
| + | Umschalt + 1 | eigene Taste rechts neben Ü |
| ! | Umschalt + ¨-Taste | Umschalt + 1 |
| Apostroph | eigene Taste rechts neben 0 | Umschalt + #-Taste |
| eckige Klammern | AltGr + ü-Taste und ¨-Taste | AltGr + 8 und 9 |
| geschweifte Klammern | AltGr + ä-Taste und $-Taste | AltGr + 7 und 0 |
| Backslash | AltGr + Taste links neben Y | AltGr + Eszett-Taste |
| senkrechter Strich | AltGr + 7 | AltGr + Taste links neben Y |
Gerade Anführungszeichen tippst du auf beiden Layouts mit Umschalt + 2. Für « und » oder „ und “ gibt es unter Windows auf keinem der beiden Layouts eine Taste. Viele Textprogramme ersetzen die geraden Zeichen aber beim Schreiben automatisch.
Beim Wechsel und beim Kauf
Ob gerade die Schweizer oder die deutsche Belegung aktiv ist, verrät unter Windows die Taste links neben der 1. Erscheint §, ist es die Schweizer; bei der deutschen erscheint zunächst nichts, weil dort die tote Taste für den Zirkumflex liegt. Sind plötzlich y und z vertauscht, ist meist versehentlich eine englische Belegung aktiv. Prüfe dann die Spracheinstellungen deines Systems.
Wer an mehreren Geräten schreibt, stellt am besten überall dasselbe Layout ein, denn sonst lernen die Finger für ein und dasselbe Zeichen zwei verschiedene Griffe, und gerade bei seltenen Zeichen wie Klammern oder dem Backslash führt das beim Blindschreiben leicht zu Verwechslungen. Umlernen musst du beim Wechsel nur einzelne Zeichen, nicht die ganze Tastatur. Wie lange das Zehnfingersystem von Grund auf dauert, erklärt Wie lange dauert es, 10 Finger schreiben zu lernen?
Beim Kauf lohnen sich zwei Blicke. Der erste gilt der Bauform: Beide Layouts sind für ISO-Tastaturen ausgelegt, die links neben dem Y eine zusätzliche Taste haben. Darauf liegen das Kleiner- und das Grösserzeichen sowie, je nach Layout, der Backslash oder der senkrechte Strich. Amerikanische ANSI-Tastaturen haben diese Taste nicht.
Danach kommt die Beschriftung. Eine deutsche Tastatur lässt sich zwar mit dem Schweizer Layout betreiben, die Aufdrucke stimmen dann aber bei den Umlaut-Tasten und vielen Sonderzeichen nicht. Blind schreibst du auch so, doch seltene Zeichen suchst du länger. Kauf deshalb eine Tastatur, deren Beschriftung zu deinem Layout passt. Welche kostenlosen Programme das Schweizer Layout unterstützen, zeigt 10-Finger-Schreiben kostenlos lernen: Programme im Vergleich.
Am Mac
Auf dem Mac übernimmt die Wahltaste (⌥, auch Option genannt) die Rolle von AltGr, und einige Zeichen liegen anders als unter Windows. Das @ tippst du auf dem Schweizer Mac-Layout mit ⌥ + G, auf dem deutschen mit ⌥ + L. Beim Eurozeichen sind sich beide einig: ⌥ + E. Auch die Klammern sind auf beiden Mac-Layouts gleich verteilt: eckige auf ⌥ + 5 und 6, geschweifte auf ⌥ + 8 und 9. Den senkrechten Strich erreichst du mit ⌥ + 7, den Backslash mit derselben Kombination und der Umschalttaste.
Praktisch für Schweizer Texte: Die Anführungszeichen « und » liegen am Mac direkt auf der Tastatur. Auf dem Schweizer Layout tippst du « mit ⌥ + Komma, auf dem deutschen mit ⌥ + Q; für » nimmst du jeweils die Umschalttaste dazu. Und das Eszett gibt es am Schweizer Mac doch, auf ⌥ + S; typando bleibt beim Schweizer Layout trotzdem bei ss. Die Umlaut-Tasten verhalten sich wie unter Windows.
Unsere Mac-Angaben beziehen sich auf die Apple-Belegungen für Deutschland und die Schweiz, wie CLDR sie dokumentiert. Nutzt du eine andere Mac-Variante, können einzelne Zeichen anders liegen.
Was der Trainer übernimmt
Beim ersten Start fragt der Trainer nach deinem Layout und schlägt eines vor. Bist du unsicher, hilft der Schnelltest: Du drückst höchstens drei beschriebene Tasten, und der Trainer erkennt daraus in der Regel die Belegung. Gleich daneben findest du den Schalter «Ich benutze eine Mac-Tastatur». Bildschirmtastatur und Übungen folgen dann deiner Wahl. Die Übungen enthalten nur Zeichen, die du auf diesem Layout auch tippen kannst.
Wähle im Trainer dein Layout und beginne mit der Grundreihe. Das Ö gehört auf beiden Layouts dazu, ä und ü folgen nach der unteren Reihe.
Häufige Fragen
- Welches Tastaturlayout nutzt man in Österreich?
- Unter Windows ist für «Deutsch (Österreich)» laut Microsoft standardmässig die deutsche Tastaturbelegung eingestellt. Umlaute, Eszett und Sonderzeichen liegen deshalb wie in Deutschland. In typando wählst du dafür das Layout «Deutschland/Österreich (QWERTZ)».
- Wie tippe ich ein grosses Ä auf der Schweizer Tastatur?
- Drücke zuerst die Taste mit den zwei Punkten rechts neben dem ü und danach die Umschalttaste zusammen mit A. Auf dieselbe Weise entstehen Ö und Ü. Mit Kleinbuchstaben ergibt dieselbe Taste auch ë, ï oder ÿ, etwa für das französische «Noël».
- Wie schreibe ich ein Eszett mit der Schweizer Tastatur?
- Unter Windows hat die Schweizer Belegung kein Eszett, und die Schweizer Rechtschreibung kommt ohne aus. Brauchst du es trotzdem, etwa für einen Text nach deutscher Rechtschreibung, schalte vorübergehend auf die deutsche Belegung um. Am Mac liegt das Eszett auch auf dem Schweizer Layout, und zwar auf Wahltaste und S.
- Was ist der Unterschied zwischen QWERTZ und QWERTY?
- Die Namen stammen von den ersten sechs Buchstaben der oberen Reihe. Auf deutschen und Schweizer Tastaturen liegt das Z oben in der Mitte und das Y unten links, auf englischen Layouts ist es umgekehrt. Die übrigen Buchstaben liegen gleich. Eigene Tasten für Umlaute haben die englischen Layouts nicht.
Quellen
- Microsoft: Default input profiles (input locales) in Windows. Microsoft Learn. learn.microsoft.com/en-us/windows-hardware/manufacture/desktop/default-input-locales-for-windows-language-packs
- Microsoft: Swiss German keyboard layout (KBDSG), via kbdlayout.info kbdlayout.info/kbdsg/
- Microsoft: German keyboard layout (KBDGR), via kbdlayout.info kbdlayout.info/kbdgr/
- Microsoft: Swiss French keyboard layout (KBDSF), via kbdlayout.info kbdlayout.info/kbdsf/
- Unicode CLDR 43: macOS-Tastaturbelegung «Swiss German» (de-CH-t-k0-osx.xml) github.com/unicode-org/cldr/blob/release-43/keyboards/osx/de-CH-t-k0-osx.xml
- Unicode CLDR 43: macOS-Tastaturbelegung «German» (de-t-k0-osx.xml) github.com/unicode-org/cldr/blob/release-43/keyboards/osx/de-t-k0-osx.xml