10-Finger-Schreiben kostenlos lernen: Programme im Vergleich
Kostenlos heisst bei Tipptrainern nicht überall dasselbe. Manche finanzieren sich über Werbung, andere verlangen ein Konto, und eines der Programme hier ist gar kein Kurs, sondern ein Tipptest.
Wir vergleichen sechs kostenlose Angebote anhand der Angaben auf ihren offiziellen Websites. Preise und Funktionen können sich ändern; massgeblich ist jeweils der aktuelle Stand beim Anbieter. typando ist selbst ein solcher Trainer. Was wir anders machen, steht deshalb in einem eigenen Abschnitt am Schluss.
Die Programme im Überblick
Beim Vergleich zählen vor allem vier Punkte:
- Kurs oder Test: Ein Kurs führt dich Taste für Taste ein, ein Test misst nur, was du schon kannst.
- Layout: In der Schweiz brauchst du die Schweizer Belegung, sonst stimmen Umlaute und Sonderzeichen nicht. Die Unterschiede erklärt Schweizer, deutsches und österreichisches Tastaturlayout im Vergleich.
- Konto und Werbung: Hier unterscheiden sich die Angebote stärker, als das Wort «kostenlos» vermuten lässt.
- Fortschritt: Manche Programme schalten neue Tasten über das Tempo frei, andere über die Genauigkeit.
| Programm | Kosten und Konto | Besonderheit |
|---|---|---|
| Tipp10 | online kostenlos, Konto nötig | übt häufig vertippte Buchstaben verstärkt |
| TypingClub | kostenlos, Premium ohne Werbung | Spiele, Videos, Sterne und Abzeichen |
| keybr.com | kostenlos mit Werbung, Premium gegen Einmalzahlung | Statistik für jede Taste |
| Monkeytype | kostenlos, Werbung optional | Tipptest mit Live-Tempo, kein Kurs |
| typista | kostenlos, ohne Anmeldung | deutschsprachig, adaptive Übungen (Beta) |
| AgileFingers | kostenlos mit Werbung, ohne Anmeldung | 87 Layouts, Mindestgenauigkeit einstellbar |
| typando | kostenlos, ohne Anmeldung, keine Werbung im Trainer | 97-%-Regel, persönliches Tempo-Ziel |
Tipp10 und typista: deutschsprachige Trainer
Tipp10 stammt vom Berliner Entwickler Tom Thielicke. Die Online-Version ist kostenlos. Sie verlangt aber ein Konto mit E-Mail-Adresse, Passwort und Geburtsdatum. Für Schulen gibt es eine kostenpflichtige Version mit Jahreslizenzen, die sich 30 Tage lang testen lässt. Die frühere Desktop-Version unter der freien Lizenz GPL wird laut Website nicht mehr gepflegt.
Tipp10 gibt es auf Deutsch und Englisch, unter anderem mit deutschem, Schweizer und US-Layout sowie mit NEO und Dvorak. Häufig vertippte Buchstaben tauchen verstärkt wieder auf, und du übst von Anfang an mit echten Wörtern. Werbung und Tracking gibt es laut der eigenen Datenschutzseite nicht. Tipp10 passt zu dir, wenn du ein deutschsprachiges Programm mit Schweizer Layout suchst und ein Konto in Kauf nimmst.
typista ist eine deutschsprachige Web-App und beschreibt sich als «ohne Anmeldung und 100 % kostenlos». Adaptive Übungen, ausgewiesen als Beta, wiederholen deine Problembuchstaben; dazu kommen ein Tipptest und eine Rangliste. Die Website ist insgesamt als Beta gekennzeichnet, und im Änderungsprotokoll ist seit mehreren Jahren kein Eintrag dazugekommen. typista eignet sich, wenn du sofort und ohne Konto auf Deutsch loslegen willst.
TypingClub und AgileFingers: Kurse mit Spielen
TypingClub kommt von EdClub aus Washington DC und ist für Einzelpersonen und Schulen kostenlos. Daneben gibt es eine kostenpflichtige School Edition und eine Premium-Version, die unter anderem ohne Werbung auskommt. Das Programm läuft nur im Browser. Es bietet über 20 Sprachen und zusätzlich Kurse für Dvorak und für das Tippen mit einer Hand. Spiele, Videos, Sterne und Abzeichen sollen motivieren, eine Sprachausgabe und eine Anleitung zur Handhaltung erleichtern den Einstieg. Das passt gut zu Kindern und Schulklassen, die spielerische Elemente schätzen.
AgileFingers ist kostenlos, zeigt Werbung und funktioniert ohne Anmeldung. Die Oberfläche gibt es in 21 Sprachen, dazu 87 Layouts, darunter Schweizerdeutsch und Mac-Varianten. Es gibt Bereiche für Lehrpersonen und Lernende, Spiele, Lernkarten und Lektionen fürs Programmieren. Die Mindestgenauigkeit lässt sich zwischen 90 und 100 % einstellen. AgileFingers ist eine gute Wahl, wenn du eine grosse Layoutauswahl brauchst oder mit einer Klasse arbeitest.
keybr.com: Training nach Statistik
keybr.com ist kostenlos und zeigt Werbung; ein optionales Premium-Konto gegen Einmalzahlung entfernt Werbung und Tracker. Der Quelltext ist offen (Lizenz AGPL-3.0), und rund 100 Layouts stehen zur Wahl, auch Schweizerdeutsch.
Das Programm führt eine Statistik für jede Taste und baut die Lektionen um deine schwächsten Tasten herum. Es beginnt mit den häufigsten Buchstaben und nimmt neue dazu, sobald du das Zieltempo erreichst. Geübt wird mit erfundenen, aber aussprechbaren Wörtern. Dazu kommen ein Tipptest und Rennen gegen andere.
Der Unterschied zu einem klassischen Kurs liegt in der Reihenfolge: keybr richtet sich nach Buchstabenhäufigkeit und Tempo, während ein klassischer Kurs mit der Grundreihe beginnt und sich von dort Reihe für Reihe vorarbeitet. Ob der eine oder der andere Weg schneller ans Ziel führt, hat bisher kein randomisierter Vergleich geklärt. keybr passt zu dir, wenn du gern mit Zahlen arbeitest und dich an Kunstwörtern nicht störst.
Monkeytype: Tipptest statt Kurs
Monkeytype ist ein Tipptest mit vielen Modi und Themes, aber kein Kurs. Das Tempo läuft beim Tippen live mit. Eine Bezahlversion gibt es nicht, Werbung ist optional, und das Projekt finanziert sich über Spenden und Merchandise. Der Quelltext ist offen (GPL-3.0), die Auswahl an Wortlisten und Layouts sehr gross.
Zum Lernen der Tastenpositionen ist Monkeytype nicht gedacht. Kannst du bereits blind schreiben und willst dein Tempo messen, ist es dagegen eine gute Wahl. Wie du die Werte einordnest, erklärt der Artikel Was ist eine gute Tippgeschwindigkeit?
Was typando anders macht
typando ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar. Dein Fortschritt bleibt im Browser, ein freiwilliges Konto nimmt ihn auf andere Geräte mit. Im Trainer gibt es weder Werbung noch Tracking, und auf Spiele oder Abzeichen verzichten wir bewusst.
Didaktisch setzen wir auf Genauigkeit. Die nächste Lektion wird erst frei, wenn du die vorherige mit mindestens 97 % abschliesst, und während du tippst, siehst du kein Tempo, nur deinen Fortschritt im Text. In Phase 2 dauert eine Einheit rund 15 Minuten und besteht aus Aufwärmen, neuem Inhalt und einer Wiederholung deiner schwächsten Tasten, immer in Wörtern. Dazu kommt ein persönliches Tempo-Ziel: der Durchschnitt deiner letzten fünf Übungen plus 5 %. Warum wir diese Reihenfolge wählen, erklärt Schneller tippen: was die Forschung wirklich sagt.
Der Trainer bietet 13 Tastaturlayouts für sechs Sprachen, darunter die Schweizer Belegung; die beiden deutschsprachigen Layouts gibt es auch für Mac-Tastaturen. Sobald du sechs Tasten mit mindestens einem Vokal kennst, übst du mit Silben und Wörtern, und die Übungswörter sind gegen Wörterbücher und Ausschlusslisten geprüft. In Phase 3 schreibst du Ausschnitte aus gemeinfreien Büchern ab, dazu kommen Rhythmusübungen und Tempo-Sprints von 30 Sekunden. Phase 4 hält dein Niveau mit einem Wochentest von zwei Minuten. Mit wie viel Übungszeit du rechnen solltest, steht in Wie lange dauert es, 10 Finger schreiben zu lernen?
Am besten vergleichst du selbst. Im Trainer wählst du nur dein Tastaturlayout und kannst dann ohne Konto mit der ersten Lektion beginnen.
Häufige Fragen
- Welche kostenlosen Programme unterstützen die Schweizer Tastatur?
- Laut den Websites der Anbieter bieten Tipp10, keybr.com und AgileFingers ein Schweizer Layout an, typando ebenfalls unter dem Namen «Schweiz (QWERTZ)». Stell das Layout vor der ersten Lektion ein, damit du Umlaute und Sonderzeichen an der richtigen Stelle übst.
- Brauche ich ein Konto, um kostenlos zu üben?
- Nicht überall. typista, AgileFingers und typando lassen sich laut eigenen Angaben ohne Anmeldung nutzen. Die Online-Version von Tipp10 verlangt dagegen ein Konto mit E-Mail-Adresse, Passwort und Geburtsdatum. Bei typando ist ein Konto freiwillig und dient nur dazu, deinen Fortschritt auf mehrere Geräte mitzunehmen.
- Welches kostenlose Programm ist das beste?
- Einen Testsieger küren wir nicht, denn es kommt darauf an, was du brauchst. Lernst du die Tasten erst, ist ein Programm mit Lektionen die richtige Wahl, also Tipp10, TypingClub, keybr.com, typista, AgileFingers oder typando. Schreibst du schon blind und willst nur dein Tempo messen, passt ein Tipptest wie Monkeytype. Danach entscheiden Details wie das Layout oder die Frage, ob du ein Konto anlegen möchtest.
- Kann ich mehrere Programme gleichzeitig nutzen?
- Das geht, wenn überall dasselbe Tastaturlayout eingestellt ist. Sinnvoll ist eine Arbeitsteilung: ein Kurs, um die Tasten zu lernen, und später ein Tipptest, um das Tempo zu messen. Mehrere Kurse parallel verwirren eher, weil sie neue Tasten in unterschiedlicher Reihenfolge einführen können.
Quellen
- Tipp10 – offizielle Website www.tipp10.com/de/
- TypingClub – offizielle Website www.typingclub.com/
- keybr.com – offizielle Website www.keybr.com/
- Monkeytype – offizielle Website monkeytype.com/
- typista – offizielle Website typista.de/
- AgileFingers – offizielle Website agilefingers.com/